Kupfer oxidiert
Braun ist keine Vorstufe. Braun ist eine Entscheidung.
Die warmen Töne, die Kupfer im Freien erst nach Monaten annimmt, gibt es bei uns ab Werk. Vier Flächen, von Kupferorange bis fast Anthrazit, jede von Hand gemacht.
Die vier Töne ansehenKupferorange, Rotbraun, Ocker, Anthrazit
Nebeneinander gelegt ergeben sie den Weg, den eine Kupferfläche im Freien über Monate und Jahre geht. Einzeln genommen ist jeder Ton ein fertiger Zustand.




Die Abbildungen zeigen Musterflächen aus eigener Fertigung. Farbe und Zeichnung wirken am Bildschirm anders als in der Hand, verbindlich ist das freigegebene Muster.
Der Vorgang, nur früher
Kupfer verbindet sich an der Luft mit Sauerstoff. Innerhalb weniger Stunden liegt ein Oxidfilm auf der blanken Fläche, den niemand sieht. Über Monate wächst er weiter, der metallische Glanz verschwindet, die Fläche färbt sich gleichmäßig braun. Über Jahre wird dieses Braun tiefer, bis es an einem Anthrazitbraun ankommt.
Genau diese Spanne bilden die vier Töne ab. Der Unterschied ist nur, wo sie entsteht: im Werk, unter gleichbleibenden Bedingungen, statt draußen am Bauwerk über Jahre hinweg. Für die Planung heißt das, die Farbe steht bei der Lieferung fest und muss nicht abgewartet werden.
Angaben zum Ablauf der Schichtbildung nach dem Informationsdruck i.30 des Deutschen Kupferinstituts.
Braun oder Grün
Beides ist Kupfer, beides ist echt gewachsene Farbe, aber es sind zwei verschiedene Verbindungen und zwei verschiedene Bilder am Bau.
Nicht nur die Farbe
Die Oberfläche ist der Teil, für den man uns kennt. Der Rest gehört dazu, damit ein Bauteil das Werk fertig verlässt.
Zuschnitt
Laserschneiden im Haus, nach Ihren Plänen.
Kantung
Abkanten und Formen, bevor die Oberfläche entsteht.
Oberfläche
Oxidieren von Hand, Ton nach freigegebenem Muster.
Schweißen
Fügen und Nacharbeiten am fertigen Bauteil.
Was Planer wissen wollen
Was heißt es, Kupfer zu oxidieren?
Kupfer verbindet sich an der Luft mit Sauerstoff. Schon nach wenigen Stunden liegt ein Oxidfilm auf der blanken Fläche, den das Auge noch nicht sieht. Unter Feuchtigkeit und Luftinhaltsstoffen wächst diese Schicht weiter, der metallische Glanz verschwindet und die Fläche färbt sich braun. Beim Oxidieren im Werk nehmen wir diesen Vorgang vorweg, statt ihn dem Wetter zu überlassen. Das Bauteil kommt fertig gefärbt auf die Baustelle.
Was ist der Unterschied zu patiniertem Kupfer?
Es ist derselbe Werkstoff an zwei verschiedenen Punkten seines Weges. Oxidiertes Kupfer steht bei den warmen Brauntönen, patiniertes Kupfer beim bekannten Grün. Beides sind Kupferverbindungen, nur andere: Braun kommt vom Oxid, Grün von basischen Karbonaten und Sulfaten. Wer Grün sucht, findet es auf unserer Seite zur Kupferpatina.
Verändert sich die oxidierte Fläche später noch?
Im Innenraum bleibt sie in aller Regel so, wie sie geliefert wurde. Draußen arbeitet das Wetter weiter: An senkrechten Flächen dunkelt Kupfer über die Jahre nach und bleibt meist bei einem Anthrazitbraun stehen, das ist dort der farbliche Endzustand. Auf geneigten Dachflächen entwickelt es sich dagegen bis zum Patinagrün, weil Niederschlag dort länger liegen bleibt.
Warum nicht einfach auf der Baustelle färben?
Weil das Ergebnis auf großen Flächen meist fleckig wird. Chemische Färbeverfahren sind für kleinteilige Gegenstände im Innenbereich gedacht, unter Baustellenbedingungen lässt sich das nicht gleichmäßig führen. Das Deutsche Kupferinstitut rät davon ab. Werkseitig gefärbte Tafeln und Bänder kommen dagegen in gleichbleibender Qualität.
Sind die vier Töne exakt reproduzierbar?
Jede Fläche entsteht von Hand, deshalb gleicht keine der anderen bis auf den letzten Punkt. Genau das macht den Reiz aus. Innerhalb eines Projekts stimmen wir die Chargen aufeinander ab. Verbindlich ist immer das freigegebene Muster, nicht die Abbildung am Bildschirm.
Für welche Bauteile eignet sich oxidiertes Kupfer?
Wir veredeln, was wir geliefert bekommen oder im Haus zuschneiden: Wandbekleidungen, Verkleidungen im Innenausbau, Möbelfronten, Objekte und Kunst am Bau. Zuschnitt, Kantung und Schweißarbeiten laufen ebenfalls bei uns. Was im Einzelfall geht, klären wir am Projekt.